Selbsterfahrung

Selbsterfahrungsangebote (⇒ Was ist Selbsterfahrung?)

Meiner Erfahrung nach stellt Selbsterfahrung in Gruppenkontexten eine sehr wichtige Ergänzung zur Einzeltherapie dar. Ich empfehle daher bei ausreichender psychischer Stabilität grundsätzlich, solche Kontexte aufzusuchen! Mit den folgenden Angeboten habe ich entweder selbst persönlich gute Erfahrungen gemacht (mit * markiert) oder aus vertrauenswürdigen Quellen positive Rückmeldungen erhalten:

  • Familienaufstellungen
  • Visionssuche*
  • Heldenreise und andere Gruppenseminare nach Paul Rebillot
  • Unterschiedliche Gruppenseminare, z. B.:
  • Umgang mit dem anderen Geschlecht
  • Körperpsychotherapie
  • Bonding (Casriel-Therapie)
  • Meditations-Kurse und Retreats, z. B.:
  • Holotropes Atmen
  • Tantra
  • Contact Improvisationstanz
  • Naturerfahrung
  • Schwitzhütten*
  • Tanz- und Gruppenworkshops in Heidelberg und Umgebung
    • Aufenthalt in humanistisch orientierten psychosomatischen Kliniken (v. a. nach dem „Bad Herrenalber Modell“): z. B. Adula, Hochgrat, Heiligenfeld (Bad Kissingen), Sonnenberg, Hohe Mark (christlich)
    • Psychotherapie (v. a. psychodynamisch / humanistisch orientierte)*
    • Achtsamkeits- und Entspannungstrainings, z.B. Autogenes Training (in Heidelberg z. B. www.djung.de*), Progressive Muskelentspannung, Body Scan, MBSR – am besten in Gruppenkontexten

    … sowie auch persönlicher Kontakt mit „selbsterfahrenen“ Menschen!

    Siehe auch netzwerkselbsterfahrung.de für weitere Angebote.

     


    Was ist Selbsterfahrung?

    Selbsterfahrung ist ein Konzept aus der Psychotherapie und insbesondere der humanistischen Psychologie bzw. den humanistischen Psychotherapierichtungen (= v. a. Gestalttherapie, Klientenzentrierte Psychotherapie, Körperpsychotherapie). Es ist teilweise auch unter dem Begriff „Encounter“ bekannt.

    Selbsterfahrung ist ein Prozess, bei dem es darum geht, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse – vor allem solche, die bewusst nicht oder nur unzureichend wahrgenommen und ausgedrückt werden – bewusst zu spüren, und zu lernen, sie anderen Menschen authentisch und offen mitzuteilen.

    Das Ziel besteht unter anderem darin, spontaner und emotional freier zu werden. Dies kann sich beispielsweise darin ausdrücken, dass sich ungesunde Verhaltensmuster auflösen, die Beziehungen zu anderen Menschen verbessern, körperliche Verspannungen nachlassen und sich das eigene Selbstwertgefühl erhöht.

    Der Rahmen ist meist eine Gruppe mit professioneller Begleitung, was zu einem intensiveren Prozess und vielfältigeren menschlichen Begegnungen führen kann als ein Einzelsetting. Aber auch im Einzelsetting ist Selbsterfahrung möglich, bspw. im Rahmen einer Psychotherapie. (Selbsterfahrung kann auch allein stattfinden. Bei ausreichender Achtsamkeit für innerpsychische Prozesse kann jede Erfahrung zur Selbsterfahrung werden!) In jedem Fall sollte dabei ein geschützter Raum bestehen, welcher von Freiwilligkeit, Wertschätzung und Vertraulichkeit geprägt ist.

    Das Vorgehen besteht meist in der Durchführung verschiedener Übungen wie z. B. Körperarbeit, Fantasiereisen, Tanz, therapeutischem Dialog, etc. Dabei werden die Teilnehmer in der Regel mit intensiven Gefühlen in Kontakt gebracht und ermutigt, diese zuzulassen und bewusst wahrzunehmen, ohne dabei etwas zu vermeiden oder zu erzwingen.

    Die Erfahrung, mit starken Emotionen konfrontiert zu werden, kann zunächst herausfordernd sein, doch sobald der Teilnehmer spürt, dass sie zu mehr Lebendigkeit, Spontanität und innerem Wachstum führt, wird der Prozess oft immer mehr als Bereicherung erlebt.

    Die Theorie, die diesem Vorgehen zugrunde liegt, ist, dass eine erhöhte Bereitschaft und Fähigkeit, schwierige Gefühle zuzulassen und angemessen auszudrücken, zu einer Befreiung von deren unbewusster und somit „subversiver“ Wirkung führt. Dadurch kann sich der Mensch auf gesündere Weise entwickeln und letztendlich eine größere Kapazität für das Erleben von Freude entfalten.

    Menschen, die einen intensiven Selbsterfahrungsprozess durchlaufen haben, berichten z. B., dass sie sich im Vergleich zu vorher freier, mitfühlender, selbstsicherer und anderen Menschen stärker zugewandt erleben.

    Die Voraussetzung ist (zumindest hinsichtlich einmaliger Seminare/Workshops) eine psychische Grundstabilität, da die Prozesse emotional aufwühlend sein können. In Zeiten psychischer Instabilität sollte der Kontext mit Bedacht gewählt werden. Der Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik oder eine Psychotherapie eignet sich auch in psychischen Krisenzeiten.